Arbeitsgruppe "Hendrischke"

verfasst von

Dr.Claudia Neudecker


In sehr launiger und informativer Weise wurde in der Arbeitsgruppe das Erstgespräch mit der psychosomatisch erkrankten Patientin, bzw. ihren Angehörigen behandelt. Einfache Techniken der Gesprächsführung wurden praxisnahe dargestellt.

Wir erhielten die Aufgabe uns unbekannte KollegInnen der Gruppe vorzustellen. Im "Erstgespräch" wurden zuerst eigene Vorstellungen und Fantasien zur Person, Biographie, Arbeitsumfeld, etc. der/des anderen formuliert. Im nächsten Schritt konnten im Austausch mit der/dem KollegIn für alle erstaunliche Übereinstimmungen mit der realen Situation festgestellt werden, die sich aus der "intuitiven" (nonverbalen) Wahrnehmung ergeben haben. Das lässt sich in vergleichbarer Weise auf den Erstkontakt mit unseren Patientinnen übertragen.

Um Informationen von PatientInnen zu erhalten, ist es wichtig etwas über "UNTERSCHIEDE" zu erfahren. Es kann hilfreich sein eine Skala von 1-10 einzuführen, an der sich z.B. die Beeinträchtigung durch Beschwerden (derzeit, aber vor allem im zeitlichen Verlauf) festlegen lässt. So kann bei der Patientin ein aktiver Suchprozess in Gang gesetzt werden, der Kognition und Emotion beinhaltet (wie ist es ,wenn es mir besser geht? was ist passiert, dass es nicht schlechter geworden ist? wie haben andere darauf reagiert?...). Das positive Konnotieren hilft positive Veränderungen wahrzunehmen, dazu muss dem Arzt aber deren Kontext bekannt sein. Wir sollten unseren Patientinnen keine Lösungen anbieten, sondern zurücktreten und ihnen durch unsere Fragen helfen, selbst Lösungen zu finden.
In der Anamnese können subjektive Krankheitstheorie und Veränderungen, die durch die Krankheit im Alltag und in den Beziehungen entstehen, thematisiert werden. Zusätzlich stellt sich die Frage wie viel Raum der Erkrankung gegeben wird, wie oft , mit wem, und in welcher Form darüber gesprochen werden kann.

Ein GENOGRAMM kann es erleichtern den Umgang mit Erkrankungen, Krisen oder Verluste darzustellen, sowie erlebte und bewährte Bewältigungsstrategien deutlich machen. Es bietet der Patientin eine optische Hilfestellung. Für den Arzt/ Ärztin kann es ein Teil der medizinischen Dokumentation werden.
Wir haben für uns selbst Genogramme in Hinblick auf unsere familiäre(n) Krankengeschichte(n) erstellt.

Die Technik der Skalierung und des Genogramms sind im medizinischen Alltag sehr leicht und wirksam einzusetzen.


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