Arbeitsgruppe "Sexuelle Störungen in der Hausarzt- / Facharztpraxis"

verfasst von:

Jadranka Zivanovic (Arzthelferin in Ausbildung zur Psychotherapeutin)
und Zoran Burda (Psychologiestudent)


Gruppenleitung: Dr.med. Fritz Reinecke, Facharzt für Urologie, Psychotherapeut

So manches Leiden hat einen sexuellen Hintergrund. Zunächst kommen die Patienten mit "physischen" Beschwerden zu ihrem Arzt, doch dieser hat bald den Eindruck, dass die angegebenen Beschwerden nicht ihr Hauptproblem. Mit letzterem rücken sie aber nicht heraus, weil "sexuelle Probleme" aus verschiedensten Gründen nicht leicht zu besprechen sind.
Wir versuchten nun in der Gruppe herauszuarbeiten, wie sich Ärzte in solchen Situationen dem betroffenen Patienten gegenüber verhalten können.
"Draußen im Warteraum sitzen viele Leute, ich habe einen kritischen Patient vor mir, wie geht es weiter ...... ?"

Der Leiter der Gruppe, Herr Dr. Reinecke, versuchte uns das in Form eines Rollenspiels näher zu bringen. Dazu wurde jeweils ein Fall pro ausgewähltem Teilnehmerpaar vorgestellt. Eine Person spielte eine schon erlebte Patientin oder einen Patienten mit einer sexuellen Problematik. Eine andere übernahm die Rolle des Arztes oder der Ärztin. Das Rollenspiel dauert 5-10 min. Die gespielte Patientin/Patient stellte im Anschluss daran fest, wie es ihr/ihm bei dem Arzt/Ärztin ergangen ist, wie sie sich bei dem Gespräch gefühlt hat und ob ihr/sein Problem erkannt worden ist. In gleicher Weise dachte derArzt/Ärztin:
"Würde die Patientin/Patient noch einmal zu mir kommen? Welchen Eindruck hinterließ ich bei ihr/ihm?"

Folgenden Themen wurden besprochen:

  • Sexuelle Lustlosigkeit
  • Sexuelle Störung durch "abnormale" genitale Form
  • Chronische Blasenentzündung durch exzessive Selbstbefriedigung
  • Sexueller Missbrauch von Kindern
  • Zusammenhänge ungleicher sexueller Neigungen mit wiederholtem Abortus in der Partnerschaft

Anschließend wurde darüber diskutiert, was man verbessern könnte und wie man die Problematik der sexuellen Störung in einem Arzt-Patientenverhältnis noch deutlicher besprechen könnte. Aus dieser Diskussion versuchten wir eine Strategie zu entwickeln, um verantwortungsvolle Schritte in Kooperation mit dem Patienten setzen zu können.

Zusammenfassend haben wir sehr positive Eindrücke bekommen aus einer sehr interessanten, offenen und konfliktfähigen Gruppe. Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Reinecke für die lebendige Dynamik, die er in unsere Gruppe gebracht hat.


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