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ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR PSYCHOSOMATIK IN GYNÄKOLOGIE UND GEBURTSHILFE

33. Jahrestagung der ÖGPGG

Scham_los
VERLORENE INTIMITÄT

06. - 07. November 2015, KULTURFABRIK Hainburg

Scham ist ein Gefühl.
Scham ist ein Wort für das weibliche Genitale.
Als Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen agieren wir - bewusst oder unbewusst - inmitten der Intimsphäre unserer Patientinnen. Alle Aktivitäten, ob diagnostisch, therapeu- tisch oder auch nur mit Worten, berühren Bereiche, die unvergleichbar mehr als in anderen medizinischen Teilgebieten durch kulturell geprägtes Schamgefühl besetzt sind. Das Unberührbare, das Tabuisierte wird im Rahmen jeder gynäkologischen Untersuchung zur Betrachtung und damit zur Beurteilung entblößt. Dies löst die verschiedensten Phanta- sien bei allen teilnehmenden Personen aus und das medizinische Setting erlaubt darüber üblicherweise kaum eine Reflexion.

Ist der sprachliche Zusammenhang von Scham als einem Gefühl und der Bezeichnung für das weibliche Genitale Zufall? Müssen sich Frauen wegen ihrer Scham, ihres Genitale schämen?
Führt eine neue Scham zu genitalen Schönheitsoperationen? Der Körper und seine Präsentation ist Träger sozialer, erotischer und ästhetischer Botschaften, Werthaltungen und Statusfragen. Gelingt diese Körperpräsentation nicht zufriedenstellend, ist das vielfach mit Scham verbunden. Scham ist situationsbezogen und inkulturiert. Sie kann sich in Sexualität, ungewollter Kinderlosigkeit, nach assistierter Fortpflanzungshilfe und ihrer Folgen (nach Samen- oder Eizellspende), nach Schwangerschaftsverlust, bei der Geburt, nach Gewalterfahrung, Be- schneidung, etc. manifestieren.

Alle im psychologisch-psychosomatischen Berufsfeld Tätigen stellen sich im Besonderen der Problematik des Unaussprechlichen. In den digitalen Neuen Medien scheint nun alles und vollständig offengelegt. Ob bei Twitter, Facebook, Instagram oder Youtube – alle stellen alles und vor allem sich selbst aus. Scham scheint keine Bedeutung mehr zu haben und trotzdem oder gerade deshalb entstehen Gegenbewegungen von neuer/alter Keuschheit. All dies sind Spannungsfelder, in denen wir tagtäglich agieren müssen, der adäquate Umgang mit Scham und Intimität in den verschiedenen Konstellationen ist uns nicht immer zugänglich. Diesen Fragen wollen wir uns in der 33. Jahrestagung stellen.

Prim.a Univ. Prof.in DDr.in MMag.a Barbara Maier, ÖGPGG Präsidentin Prim. Dr. Gottfried Gamperl
Dr.in Inge Frech
Dr.in Gabriele Knappitsch
Assoc. Prof.in Dr.in Katharina Leithner-Dziubas Dr.in Maria Stammler-Safar, MA
Univ. Lekt.in Dr.in Eva Thurner
Ao. Univ.Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger

Die Kulturfabrik Hainburg

Mitten in der dynamischen »Twin-City- Region«, zwischen Wien und Bratislava, jenen beiden EU -Hauptstädten mit der geringsten Entfernung zueinander (60km), liegt die östlichste Stadt Österreichs, unser Tagungsort: Hainburg.

Bekannt seit der Au -Besetzung zur (erfolgreichen) Verhinderung eines Wasser- kraftwerks, steht die Mittelalterstadt – geographisch zwischen den Ausläufern der Karpaten und der Zentralalpen – in den letzten Jahrzehnten immer mehr für nachhaltigen Tourismus und Regionalent- wicklung.

Aufgrund der strategisch hervorragenden Lage gehen die ersten Besiedlungen zumindest auf die Kelten zurück und auch Carnuntum, die Hauptstadt der römischen Provinz, Pannonien lag einst in unmittel- barer Nähe zu Hainburg. Mit seinen über 2,5 km langen Stadtmauern, 3 Stadttoren und 15 Türmen besitzt Hainburg die am besten erhaltene mittelalterliche Stadtbe- festigungsanlage Europas. Die landschaftlich reizvolle Lage, die Qualität der regionalen Produkte sowie die unmittelbare Nähe zum Nationalpark Donau-Auen und den nördlich davon gelegenen Schlössern des Marchfeldes sind nur einige der Gründe, warum Hainburg sich mit wachsendem Selbstbe- wusstsein im – bis vor kurzem vor allem für seine Weine berühmten – östlichen Teil Niederösterreichs so erfolgreich positio- nieren konnte.

Als Veranstaltungsort der Jahrestagung der ÖGPGG steht heuer mit der »Kulturfabrik« ein 1847 als Tabakmanufaktur konzipiertes Gebäude, das direkt an der Donau liegt, zur Verfügung. Das Bauwerk wurde 2005 aus Anlass der Niederösterreichischen Landes- ausstellung revitalisiert und ist seither nicht nur ein denkmalerisches Juwel der Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts, sondern darüber hinaus vitales Zentrum von Kultur- und Kongressveranstaltungen. Das unmittelbar dahinterliegende Hotel, »Altes Kloster«, 1240 als Minoriten- Kloster gegründet, 1561 zum kaiserlichen Provianthaus umgebaut und ab 1723 zum Hauptgebäude der Tabakfabrik um- gewidmet, besteht seit 2011 und ist für die Kongressverpflegung und die Ausrichtung des Mittagessens und des Festabends verantwortlich. Die geplanten Gruppen und Workshops finden in den ebenerdigen Gewölberäumen des Hotels statt.


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